Am 10. September 2008 besuchten 6 JEFer aus NRW die belgische Hauptstadt Brüssel
 

Schon am frühen Morgen trafen wir uns in Köln, um von dort mit dem Zug nach Brüssel zu reisen. Nach gut zwei Stunden erreichten wir den Brüssel-Midi und fuhren mit der Metro zum Europäischen Parlament. Dort wurden wir bereits erwartet, denn der Ausschuss für Kultur und Bildung hatte uns als Gäste für das Public Hearing geladen. So verfolgten wir die Präsentation einer Studie und mehrere Fallbeispiele zum Thema "interkulturelle Schule".

Frau Alleman-Ghionda (Uni Köln) stellte ihre mehrere EU-Länder vergleichende Studie vor und zeigte die Unterschiede der Bildungseinrichtungen im Umgang mit verschiedenen Kulturen. Anschließend sprachen Schulleiter aus Griechenland, den Niederlanden und Großbritannien über die Maßnahmen und Erfolge an ihren Schulen.

Nach dem Hearing konnten wir mit Frau Alleman-Ghionda noch über ihre Arbeit für das Europäische Parlament sprechen. Sie erklärte uns, dass sie durch einen Expertenpool der EU für dieses Forschungsvorhaben ausgewählt wurde und sprach über ihre Erfahrungen mit ähnlichen Projekten. Welchen Einfluss ihre Arbeit auf das EP hätte, wollte sie nicht einschätzen. Nach gut einer halben Stunde verabschiedeten wir uns und aßen in Parlamentsnähe leckere belegte Baguettes. Eike, der zur Zeit in Brüssel ein Praktikum absolviert, führte uns sicher wieder zurück zum EP.

Dort warteten inzwischen nämlich die Abgeordneten Frau Hieronymi und Herr Alvaro auf uns. In der
Micky Maus-Bar sprachen wir zuerst mit der EVP-Abgeordneten über ihre bisherige Arbeit für das Parlament, die Ratifizierungschancen des Lissabonvertrages und die bevorstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament. Frau Hieronymi legt Wert darauf, möglichst viele Bürger den Besuch Brüssels und des EPs zu ermöglichen und so Europa praktisch erlebbarer zu machen.

Herr Alvaro (ALDE), selbst noch JEFer aus Düsseldorf, erzählte von seiner bisher ersten Legislaturperiode, seine Erwartungen an das EP wie die Realität diese begrenzt. Er hob besonders hervor, dass es wichtig sei, auch außerhalb der europäischen Ebene für eine starke EU zu kämpfen. Oft würde Europa nur in Sonntagsreden gelobt, aber bei vielen innenpolitischen Themen als Sündenbock dargestellt, dem man ausgeliefert sei. Außerdem müsse man abwägen, wieviel Vision in Wahlkampfzeiten noch möglich ist, ohne mit herben Stimmenverlusten rechnen zu müssen. Natürlich bleibe er weiter dem Föderalen Europa als Fernziel verbunden, müsse aber auch darauf achten, nicht zuviel zu schnell zu fordern.

Nach dem Gespräch mit beiden Abgeordneten schlenderten wir durch die Brüsseler Innenstadt und reflektierten in einem Café die Erlebnisse. Abends ging es dann für die meisten wieder zurück nach Deutschland.

Alles in allem war es eine sehr aufschlussreiche und interessante Reise, die es wert war, früh aufzustehen und sich den Tag für "Europa erleben" frei zu halten.

Wir freuen uns schon auf die nächste Fahrt. Diesmal nach München zum Bundeskongress der JEF Deutschland!

Junge Europäische Föderalisten (JEF)
Landesverband Nordrhein-Westfalen

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