| Votum
des EP-Umweltausschuss unpraktikabel / Ersetzbarkeit von Stoffen muss
handhabbar werden / Ratsarbeitsgruppe tagt morgen
Bei der
künftigen EU-Chemikalienpolitik werden die Positionen konkreter.
Nach dem Votum des Umweltausschuss des Europäischen Parlaments wird
morgen die Arbeitsgruppe des Rates einen Vorschlag der finnischen Ratspräsidentschaft
erarbeiten. Unterdessen forderte der Vorsitzende der CDU/CSU-Gruppe im
Parlament, Hartmut Nassauer, die Bundesregierung und die Kommission auf,
den bisherigen Kompromiss des Rates kompromisslos zu verteidigen. "Das
Paket des Rates ist der einzig gangbare Weg, Wirtschafts- und Umweltanforderungen
zum Ausgleich zu bringen", so der CDU-Europaabgeordnete.
Kritik hagelt es vor allem am Ausschussvotum zur Ersetzbarkeit von Stoffen
(Substitution). "Es ist absurd und unpraktikabel, alle gefährlichen
Stoffe ersetzen zu wollen, selbst wenn ihre sichere Handhabung gewährleistet
ist. Das würde flächendeckend Arbeitsplätze bei den mittelständischen
Unternehmen vernichten", so der CDU-Europaabgeordnete.
Nassauer wies darauf hin, dass einige sehr gefährliche Substanzen
in einer Vielzahl von Produktionsprozessen nicht zu ersetzen sind. "Für
die Produktion von Sitzen in Flugzeugen und Hochgeschwindigkeitszügen
sind Flammschutzmittel erforderlich, die krebserregende Substanzen enthalten.
Ihr Einsatz ist dadurch zu rechtfertigen, dass diese Substanzen nicht
freigesetzt werden und Im Falle von Brandkatastrophen Flammschutzmittel
die Gefährdung von Menschleben deutlich verringern. Wer sich einer
solchen Abwägung entzieht, leistet Umwelt und Gesundheit letztlich
einen Bärendienst."
Bis zum Votum des EP-Plenums müsse jetzt eine akzeptable Lösung
gefunden werden. "Die beste Basis ist und bleibt das bisherige Ratspaket.
Bundesregierung und Kommission müssen alles tun, damit der Rat an
dieser Position festhält. Nur so kann genügend Druck entstehen,
ein vernünftiges Ergebnis auch im Parlament hinzubekommen",
sagte der Vorsitzende der CDU/CSU-Gruppe im Europaparlament.
.
Quellenangabe: Hartmut Nassauer (EVP-ED/CDU)
|