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Das
EP hat heute mit großer Mehrheit dem Kompromisspaket zu der neuen
Chemikalien-Verordnung (REACH) zugestimmt
Der CDU-Europaabgeordnete Kurt Lechner hat dem Kompromiss, der vom Parlament
gemeinsam mit dem Rat gefunden wurde, nur mit großen Bedenken zugestimmt.
Durch den Kompromiss wurden einige Verbesserungen gegenüber dem Gemeinsamen
Standpunkt erzielt, z.B. beim Zulassungsverfahren, beim Schutz des geistigen
Eigentums sowie Erleichterungen bei der Registrierung von Stoffen mit
weniger als 10 Tonnen Jahresproduktion. Diese gingen in erster Linie auf
die weit reichenden Änderungen am Kommissionsvorschlag durch den
Beschluss des Europäischen Parlaments aus der ersten Lesung zurück.
Dennoch blieben erhebliche Bedenken im Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit
der europäischen Wirtschaft bestehen.
Europa sei zwar der weltweit größte Binnenmarkt mit über
500 Millionen Verbrauchern. Übersehen werde aber vielfach, dass Europa
im internationalen Wettbewerb mit großen Industrieregionen in Asien
wie Japan, aber auch mit den USA, Brasilien und anderen stehe. "Der
bürokratische Aufwand und die damit verbundenen Kosten wirken sich
keineswegs nur zu Lasten der Hersteller chemischer Produkte aus, sondern
haben Wirkung auf alle Produkte und die gesamte Wirtschaft: Importe von
Chemikalien unterliegen zwar den verschärften Bestimmungen von REACH,
aber niemand wird verhindern können, dass Fertigprodukte, bei deren
Herstellung Chemikalien zum Einsatz kommen, wie z.B. Möbel, Lederwaren,
Mikrochips oder fertig lackierte Kotflügel, ohne Überprüfung
in die EU eingeführt werden", erklärte der EVP-Binnenmarktpolitiker.
Die Folgen träfen weniger die chemische Großindustrie, sondern
vor allem den Mittelstand, bei dem sich die erhöhten Kosten für
die Registrierung und Evaluation bezogen auf die hergestellte Menge in
besondere Weise auswirken würden. Gleiches gelte für die so
genannten "nachgelagerten Anwender", wie z.B. die Hersteller
von Lacken, die Chemikalien in vergleichsweise geringen Mengen einsetzen.
Auch wenn die Auswirkungen von REACH in einigen Jahren überprüft
werden sollen, sei kaum damit zu rechnen, dass Regelungen, die sich als
überzogen erweisen, wieder korrigiert werden, weil schon der Verlauf
des gegenwärtige Gesetzgebungsverfahrens gezeigt habe, wie schwierig
und langwierig es ist, eine Mehrheit zustande zu bringen und künftige
Änderungen bereits von einer Minderheit blockiert werden können.
"Dennoch war es richtig, angesichts der positiven Auswirkungen für
Gesundheit und Umwelt und zur Herstellung einheitlicher Wettbewerbsbedingungen
in Europa dem Kompromiss mit den erzielten Verbesserungen am Ende zuzustimmen
und das Gesetzgebungsvorhaben zu einem Abschluss zu bringen - mehr war
leider nicht drin!", so Kurt Lechner abschließend.
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Quellenangabe:Kurt Lechner (EVP-ED/CDU)
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