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großer Mehrheit hat das Europäische Parlament den von Elmar
Brok vorgelegten Bericht zur EU-Erweiterungsstrategie angenommen
Mit
großer Mehrheit hat das Europäische Parlament heute in Straßburg
den von Elmar Brok vorgelegten Bericht zur EU-Erweiterungsstrategie angenommen.
Kernpunkt der zukünftigen Erweiterungsstrategie muss nach Auffassung
des Berichterstatters dabei eine von der EU-Kommission bis zum Jahresende
vorzulegende "operationelle Definition" der Aufnahmefähigkeit
der Europäischen Union sein. "Die Erweiterung der Europäischen
Union war bisher eine Erfolgsgeschichte der EU-Außenpolitik und
ein Garant für Frieden und Stabilität in Europa. Mit dem stockenden
Ratifikationsprozess der EU-Verfassung hat die Union derzeit noch nicht
einmal die Voraussetzung für eine Union der 25 geschaffen. Damit
ist die Aufnahmefähigkeit der Europäischen Union nach derzeitigem
Stand nicht mehr gegeben", betonte Brok vor dem Plenum des Europäischen
Parlaments.
Brok schlägt deshalb in seinem Bericht vor, angesichts dieser Ausgangslage
vom bisherigen "Erweiterungsautomatismus" abzugehen. "Es
reicht nicht mehr aus, nur eine reine 'Alles-oder-Nichts-Strategie' zu
fahren. Ich schlage deshalb vor, zwischen der Vollmitgliedschaft und der
Europäischen Nachbarschaftspolitik eine zusätzliche Integrationsstufe
zum Beispiel in der Form eines 'Europäischen Wirtschaftsraums plus'
einzuführen". Diese Zwischenstufe würde es allen Ländern,
darunter auch denjenigen die wie etwa Norwegen gar keine Vollmitgliedschaft
wollen, ermöglichen, zu engeren Kooperationsformen mit der Europäischen
Union zum Beispiel auf dem Gebiet des Binnenmarkts, des Umweltschutzes
oder bei der Grenzsicherung zu kommen.
"Mit einem solchen abgestuften Ansatz können wir in Zukunft
auch den unterschiedlichen Entwicklungsstufen einzelner Länder besser
Rechnung tragen als bisher. Es kann nämlich nicht sein, dass die
EU über Jahre hinweg mit einem Land verhandelt und dann aufgrund
mangelnder Aufnahmefähigkeit oder mangelnder Erfüllung einzelner
Kriterien 'Nein' sagen muss". Dies liege nicht zuletzt auch im Interesse
der betroffenen Länder selbst. Es sei deshalb erfreulich, dass eine
breite Mehrheit des Europäischen Parlaments diesem modifizierten
Ansatz gefolgt sei. Brok stellte abschließend klar, dass es nicht
darum gehe, die Beitrittsperspektive bestimmter Länder wie denjenigen
des Westbalkans in Frage zu stellen. "Das Gegenteil ist vielmehr
der Fall. Denn es geht darum, nach Maßgabe der Kopenhagener Kriterien
für eine schnellere und breitere Heranführung der EU-Nachbarstaaten
zu sorgen, ohne dass uns das politische Projekt einer vertieften, handlungsfähigen
und glaubwürdigen Union gleichzeitig um die Ohren fliegt. Die Teilnahme
daran müsse jedoch des ", betonte Brok. Die Teilnahme daran
müsse aber jedes Land für sich selbst entscheiden.
Quellenangabe:Elmar Brok (EVP-ED)
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