
|Presserklärung, 08.Januar 2008|
"Die Proteste haben geholfen," mit diesen Worten hat die medienpolitische Sprecherin der EVP-ED-Fraktion, Ruth Hieronymi, nach der heutigen Anhörung der EVP-ED-Fraktion im Europäischen Parlament zur Überarbeitung der Mitteilung der EU-Kommission zur Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ein positives Zwischenfazit gezogen.
"Der Vertreter der Kommission, Generaldirektor Philip Lowe, hat heute unsere Kernforderung unterstützt, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk und seine Tätigkeit auch in Zukunft nicht nach rein wettbewerbsrechtlichen Aspekten beurteilt werden können. Es ist deshalb von entscheidender Bedeutung, dass die Kommission eine erneute Überarbeitung des Entwurfs der so genannten 'Rundfunkmitteilung' angekündigt hat." betonte Ruth Hieronymi, die darauf verwies, dass auch die Regierungen von 22 EU-Mitgliedstaaten den bisherigen Entwurf der Rundfunkmitteilung grundlegend kritisiert hatten.
Als wichtigste Ergebnisse der Anhörung sind festzuhalten, dass die Kommission ebenso wie das Parlament die Notwendigkeit betont,
- dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk traditionelle und neue Dienste im Rahmen
seines Auftrages technologieneutral auf den verschiedenen technischen Plattformen
verbreitet darf;
- dass der Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gleichermaßen die
Programmbereiche Information, Bildung und Unterhaltung umfasst;
- dass "Marktversagen" des privaten Rundfunks als Kriterium nicht ausreicht, um den
Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks für neue Dienste positiv zu definieren;
- dass der so genannte "Amsterdam-Test" zur Überprüfung der Berechtigung der
Einführung eines neuen Programms nicht nur extern erfolgen muss, sondern - wie in
Deutschland - unter der Verantwortung entsprechend qualifizierter Aufsichtsgremien
der öffentlich-rechtlichen Rundfunkveranstalter erfolgen kann.
"Auf dieser Grundlage sollte es in den nächsten Monaten gelingen, die Mitteilung über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk so zu überarbeiten, dass beide Säulen des dualen Rundfunksystems in Europa - öffentlich-rechtliche und private Rundfunkveranstalter - Informationsvielfalt und Medienpluralismus auch in Zukunft gewährleisten können," forderte Ruth Hieronymi.